Einleitung
Marketingverantwortliche stehen heute vor der strategischen Herausforderung, Budgets effektiv zwischen traditionellen und digitalen Kanälen zu allokieren.
Insbesondere für regional agierende Unternehmen ist eine datengetriebene Bewertung der Werbewirkung entscheidend, um den Return on Investment (ROI) zu maximieren.
Aber wie performen klassische Printanzeigen im Vergleich zu dynamischen Social-Media-Kampagnen im lokalen Umfeld?

Methodik der Untersuchung
Unsere Analyse basiert auf einer wissenschaftlichen Facharbeit, die einen realen Test der Werbewirkung im regionalen Umfeld durchführte. Als exemplarische Fallstudie diente die Einführung einer neuen Bar, der „Smile Bar“ in Kemnath, was einen direkten Vergleich der Werbekanäle ermöglichte.
Unsere Werbestrategie:
- Eine aufmerksamkeitsstarke Anzeige im KEM-Journal – dem lokalen Gemeindeblatt.
- Zielgenaue Social-Media-Anzeigen auf Facebook und Instagram.
- Beide Anzeigen führten Interessenten direkt zu einer Landingpage der Smile Bar, wo sie sich für exklusive News anmelden konnten.
Im Anschluss führten wir eine detaillierte Umfrage unter potenziellen Gästen durch und verknüpften diese Ergebnisse mit den Kampagnendaten der digitalen Kanäle, um aussagekräftige Key Performance Indicators (KPIs) zu generieren.
Analyse & Ergebnisse der Werbewirkung
Reichweite & Frequenz
Die sozialen Medien erzielten eine klar überlegene Reichweite, indem sie eine deutlich größere Anzahl von Personen erreichten als die Printanzeige im KEM-Journal. Die Social-Media-Werbung wurde zudem deutlich häufiger ausgespielt, was zu einer höheren Kontaktdichte mit der Zielgruppe führte.
Dies unterstreicht das inhärente Potenzial digitaler Kanäle für eine umfassende und wiederholte Ansprache.

Werbeerinnerung
Im Hinblick auf die Werbeerinnerung stellten wir eine höhere Effizienz der Social-Media-Kanäle fest: Über 60 % der Befragten erinnerten sich an die Social-Media-Werbung, während sich lediglich knapp 40 % an die Anzeige im KEM-Journal erinnerten. Dies deutet auf eine stärkere Präsenz und Einprägsamkeit digitaler Kampagnen hin.
Interaktion & Kosteneffizienz
Die Interaktionsraten fielen bei den Social-Media-Kampagnen höher aus, gemessen an der Anzahl der Klicks bei gleichzeitig geringerem Kostenaufwand. Zur objektiven Quantifizierung der Kosteneffizienz wurde der Tausender-Kontakt-Preis (TKP) herangezogen.
Unsere Analyse lieferte folgende TKP-Werte:
- Print: 124,13 €
- Social Media (basierend auf Umfrage): 34,76 €
- Social Media (basierend auf Meta Werbeanzeigenmanager-Daten): 7,75 €
Diese Daten indizieren eine signifikant höhere Kosteneffizienz digitaler Kanäle für die Erzielung von Werbekontakten im regionalen Kontext. Die deutliche Diskrepanz zwischen dem TKP aus der Umfrage und den messbaren Daten aus dem Meta Werbeanzeigenmanager unterstreicht zusätzlich das große Potenzial zur weiteren Optimierung und Effizienzsteigerung, das präzises Targeting und A/B-Testing im digitalen Umfeld bieten.
Qualitative Aspekte & Wirkungsmechanismen

Die überlegene Leistung von Social-Media-Werbung im regionalen Umfeld lässt sich auf mehrere qualitative Faktoren zurückführen, die für Marketing-Experten von hoher Relevanz sind:
Präzises Zielgruppen-Targeting:
Durch die Nutzung der detaillierten Algorithmen von Plattformen wie Facebook und Instagram können Anzeigen exakt auf definierte demografische Merkmale, Interessen und Verhaltensweisen der Zielgruppe zugeschnitten werden. Dies minimiert Streuverluste und erhöht die Relevanz der Werbebotschaft für den Empfänger.
Echtzeit-Optimierung und Kostenkontrolle:
Digitale Kampagnen ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung der Performance und die Anpassung in Echtzeit. Dies gibt Ihnen als Marketing-Verantwortlicher die Flexibilität, Budgets dynamisch zu optimieren und den Return on Investment (ROI) präzise zu verfolgen und zu steigern.
Direkte Interaktionsmöglichkeiten:
Soziale Medien erlauben eine unmittelbare und bidirektionale Kommunikation mit der Zielgruppe, was den Aufbau von Kundenbeziehungen und das schnelle Reagieren auf Feedback fördert.
Mobile Optimierung:
- Da die Nutzung sozialer Medien primär über mobile Endgeräte erfolgt, sind die Kampagnenformate inherent „Mobile First“ konzipiert. Dies entspricht der aktuellen Mediennutzungsrealität Ihrer Zielgruppen.
- Im Gegensatz dazu erreichen traditionelle Printmedien, wie das KEM-Journal, zwar potenziell alle Haushalte in einer Region, werden aber – insbesondere von jüngeren Zielgruppen – oft nur überflogen, und die Kosten pro Kontakt sind im Vergleich deutlich höher.

Fazit
Unsere Analyse zeigt klar: Eine „Social-First“-Strategie für regionale Marketingkampagnen weist eine höhere Kosteneffizienz und Reichweite auf. Dies ist insbesondere für Unternehmen vorteilhaft, die eine präzise Zielgruppenansprache und eine datengestützte Performance-Messung anstreben.

Strategische Implikationen

Für Marketing-Verantwortliche ergeben sich daraus folgende prägnante Handlungsempfehlungen:
- Priorisieren Sie digitale Kanäle: Die Allokation eines signifikanten Teils des regionalen Marketingbudgets in Social-Media-Kampagnen kann zu einem effizienteren Einsatz der Ressourcen führen.
- Diversifizieren Sie Anzeigenformate: Nutzen Sie verschiedene Formate wie Bilder, Videos und Karussell-Anzeigen, um die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe zu maximieren und die Interaktion zu fördern.
- Integrieren Sie klare Handlungsaufforderungen (CTAs): Die Implementierung spezifischer und messbarer CTAs in digitalen Anzeigen ist unerlässlich, um definierte Ziele wie Lead-Generierung oder Website-Besuche zu erreichen.
- Setzen Sie auf kontinuierliche Performance-Analyse: Nutzen Sie die detaillierten Auswertungen der Social-Media-Plattformen zur fortlaufenden Überwachung und Optimierung Ihrer Kampagnen. Dies ermöglicht es Ihnen, den ROI genau zu verfolgen und Ihr Budget optimal einzusetzen.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Ergebnisse dieser Studie auf einer spezifischen Untersuchung in einer bestimmten Region basieren. Die individuellen Gegebenheiten und strategischen Ziele jedes Unternehmens sollten stets berücksichtigt werden. Zukünftige Forschung könnte untersuchen, wie eine integrierte Cross-Channel-Strategie, die die spezifischen Stärken von Print (z.B. bei der Bestandskundenaktivierung mit Mailings) und Digital optimal kombiniert, die Customer Journey und den Gesamt-ROAS beeinflusst.

